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Profit Factor (Profit-Faktor)

Trading Lexikon

Definition

Der Profit Factor setzt deinen durchschnittlichen Gewinn ins Verhältnis zu deinem durchschnittlichen Verlust. Bei 1,0 sind beide gleich groß. Ob du damit Geld verdienst, entscheidet erst die Trefferquote: bei 40 Prozent Treffern brauchst du 1,5. Im Intraday-Handel gilt 1,3 als Richtwert, ab 1,8 hast du Luft.

Wie funktioniert der Profit Factor?

Die Berechnung ist einfach: Profit Factor = Durchschnittlicher Gewinn ÷ Durchschnittlicher Verlust. Ein Wert von 1,0 bedeutet, dass Durchschnittsgewinn und Durchschnittsverlust gleich groß sind. Werte über 1,0 heißen: du gewinnst im Schnitt mehr, als du verlierst – ob das reicht, entscheidet die Trefferquote. Im Intraday-Trading gilt ein Wert von ca. 1,3 als realistisches Mindestziel; Werte zwischen 1,3 und 1,5 gelten als gut; ab 1,8 ist ein Wert überdurchschnittlich, ab 2,5 beginnt der Spitzenbereich.

Bedeutung im Trading

Der Profit Factor ist Teil der Profitabilitätsanalyse und wird zusammen mit Trefferquote und Chance-Risiko-Verhältnis betrachtet. Er enthüllt, ob eine Strategie langfristig tragfähig ist, und hilft dabei, Verbesserungspotenzial zu identifizieren – etwa zu frühe Gewinnmitnahmen oder zu große Verluste.

Zwei Rechenwege, ein Name

Der Begriff wird in zwei Varianten benutzt, und das ist die häufigste Verwechslung bei dieser Kennzahl:

  • Bruttogewinn ÷ Bruttoverlust – die Summe aller Gewinne geteilt durch die Summe aller Verluste. Diese Variante ist in Backtesting-Software und Fachliteratur der Standard. Hier gilt: über 1,0 ist die Strategie profitabel, weil die Trefferquote schon in den Summen steckt
  • Durchschnittsgewinn ÷ Durchschnittsverlust – der Wert, mit dem wir arbeiten, weil er direkt zeigt, wie groß ein Gewinn im Verhältnis zu einem Verlust ausfällt. Hier steckt die Trefferquote NICHT drin, sie muss separat daneben stehen

Wenn du eine Auswertung liest, prüfe also zuerst, welche der beiden Rechnungen dahintersteht. Dieselbe Zahl bedeutet sonst zwei verschiedene Dinge.

Welcher Profit Factor ist gut?

  • unter 1,0 – deine Verluste sind im Schnitt größer als deine Gewinne
  • 1,0 – Durchschnittsgewinn und Durchschnittsverlust sind gleich groß
  • 1,3 – realistisches Mindestziel im Intraday-Handel
  • 1,3 bis 1,5 – guter Wert
  • ab 1,8 – überdurchschnittlich und im Alltag gut haltbar
  • ab 2,5 – Spitzenbereich

Der Breakeven hängt an der Trefferquote

Bei der Durchschnittsvariante sagt der Wert allein nicht, ob du Geld verdienst. Entscheidend ist das Zusammenspiel mit der Trefferquote:

  • 50 Prozent Treffer – Breakeven bei 1,0
  • 40 Prozent Treffer – Breakeven bei 1,5
  • 33 Prozent Treffer – Breakeven bei 2,0

Die Schwellen oben sind also Richtwerte, keine Garantie. Wer mit 1,3 handelt und nur 40 Prozent seiner Trades gewinnt, liegt unter dem Breakeven.

Rechenbeispiel

Aus 40 Trades ergeben sich 16 Gewinner mit durchschnittlich 250 Euro und 24 Verlierer mit durchschnittlich 140 Euro. Der Profit Factor liegt bei 250 ÷ 140 = 1,79. Trotz einer Trefferquote von nur 40 Prozent ist die Strategie damit tragfähig. Als Urteil allein reicht der Profit Factor aber nicht – er gehört immer zusammen mit Trefferquote und Risk-Reward Ratio betrachtet.

Verwandte Begriffe: PnL, Risk-Reward Ratio, Drawdown, Backtesting

Begriffe verstehen ist erst der Anfang

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