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Anchoring Bias (Ankereffekt)

Trading Lexikon

Definition

Der Anchoring Bias (Ankereffekt) ist ein kognitiver Verzerrungseffekt, bei dem Trader ihre Entscheidungen unverhältnismäßig stark an einer ersten Information (dem "Anker") ausrichten – auch wenn diese Information längst nicht mehr relevant ist. Typische Anker im Trading sind ein ehemaliger Einstiegspreis, ein Allzeithoch oder ein willkürlicher Kursstand.

Wie funktioniert der Anchoring Bias?

Ein Trader kauft eine Aktie bei 100€ und verliert Geld. Selbst wenn fundamentale Gründe für einen weiteren Rückgang sprechen, hält er daran fest – weil der Einstiegspreis von 100€ als "fairer Wert" im Kopf verankert ist. Ähnlich verzerrt ein gesehenes Allzeithoch die Risikowahrnehmung: Alles darunter erscheint "günstig", obwohl der Markt den Trend bereits umgekehrt hat.

Bedeutung im Trading

Anchoring Bias ist eine der häufigsten Ursachen für irrationale Halteentscheidungen und falsche Preis-Erwartungen. Professionelle Trader lernen, ihre Analyse von Vergangenheits-Ankern zu entkoppeln und sich stets auf aktuelle Marktbedingungen zu konzentrieren. Klare Regeln und Tradingpläne helfen, diesen Bias zu überwinden.

Verwandte Begriffe: Emotional Trading, Behavioral Finance, FOMO, Kognitive Dissonanz

Begriffe verstehen ist der erste Schritt

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