Was ist Volumen Trading?
Volumen Trading bedeutet, dass du neben dem Preis auch das gehandelte Volumen in deine Entscheidungen einbeziehst. Das Volumen zeigt dir, wie viele Kontrakte, Aktien oder Lots in einem bestimmten Zeitraum gehandelt wurden. Steigt der Kurs bei hohem Volumen, weißt du: Viele Marktteilnehmer steigen ein, die Bewegung hat Substanz. Steigt der Kurs dagegen bei niedrigem Volumen, fehlt die Überzeugung – und die Wahrscheinlichkeit für eine Umkehr wächst.
Stell dir vor, du siehst eine Aktie, die plötzlich um fünf Prozent steigt. Ohne Volumen weißt du nicht, ob das ein paar einzelne Käufer waren oder ob institutionelle Investoren massiv einsteigen. Erst das Volumen gibt dir Kontext. Genau diese Berücksichtigung im Trading macht den Unterschied zwischen einem guten und einem schlechten Trade.
Warum Volumen Trading lernen?
Viele Anfänger konzentrieren sich nur auf Chartmuster und Indikatoren. Das Problem: Ein Dreieck-Chartmuster oder ein gleitender Durchschnitt sagt dir nichts über die Stärke einer Bewegung. Du siehst einen Ausbruch, steigst ein – und der Kurs läuft sofort wieder zurück. Volumen hätte dir vorher verraten, ob echte Käufer dahinterstehen.
Volumen hilft dir dabei, Fehlsignale zu filtern. Du lernst, schwache von starken Bewegungen zu unterscheiden, erkennst Umkehrpunkte früher und verstehst, wann sich große Marktteilnehmer positionieren. Gerade in volatilen Märkten oder beim Trading von Futures und Aktien ist Volumen unverzichtbar.
Gleichzeitig ist Volumen Trading der erste Schritt in Richtung Orderflow. Während das Volumen dir zeigt, wie viel gehandelt wird, verrät dir der Orderflow, wer handelt und warum. Bei Traivend lernst du beides – von den Grundlagen des Volumens bis zur präzisen Analyse von Delta, Absorption und institutionellem Verhalten.
Volumen vs. Orderflow – Der Traivend-Unterschied
Volumen zeigt dir, wie viel gehandelt wird. Orderflow zeigt dir, wer handelt und warum. Beides gehört zusammen, aber Orderflow geht einen entscheidenden Schritt weiter.
Wenn du siehst, dass das Volumen steigt, weißt du: Es passiert etwas. Doch du weißt nicht, ob Käufer oder Verkäufer die Oberhand haben. Genau hier kommt der Orderflow ins Spiel. Mit Tools wie dem Delta erkennst du, ob Käufer aggressiv auf der Ask-Seite einsteigen oder ob Verkäufer den Markt dominieren. Mit Absorption siehst du, wo große Orders liegen und wann institutionelle Trader sich positionieren. Und mit dem Smart Money Konzept verstehst du, wie professionelle Marktteilnehmer denken und handeln.
Traivend lehrt beides. Du startest mit den Grundlagen des Volumens, verstehst VWAP und Volume Profile – und gehst dann über zur präzisen Orderflow-Analyse. Das ist der Weg, den institutionelle Trader gehen. Und genau den lernst du in der Orderflow Mastery.
Das Volumenprofil - Basics
Value Area (VA)
Das Volumen zeigt, wie viele Kontrakte beziehungsweise Lots auf einem bestimmten Preisniveau gehandelt wurden. Mithilfe des Volumenprofils lässt sich erkennen, in welchen Preisbereichen besonders viel Handelsaktivität stattgefunden hat und wo großes Interesse institutioneller Marktteilnehmer besteht. Diese Zonen sind häufig wichtige Bereiche für den Markt, da dort viel Liquidität vorhanden ist.
Besonders relevant ist das sogenannte Hauptvolumen, also Bereiche mit hohem Handelsvolumen. In diesen Zonen entstehen häufig Sammelbereiche, Ranges und starke Liquiditätszonen. Große Institutionen benötigen viel Liquidität und bevorzugen akzeptierte Preisbereiche, in denen Käufer und Verkäufer ein Gleichgewicht finden. Diese Balancephasen spiegeln sich im High-Volume-Bereich wider und zeigen einen fairen Marktpreis, an dem besonders viel gehandelt wurde.
Ein wichtiger Bestandteil des Volumenprofils ist die Value Area. Sie umfasst 70 Prozent des gesamten gehandelten Volumens eines Handelstages und kennzeichnet den Preisbereich, in dem der Großteil des Handels stattgefunden hat. Dieser Bereich gilt als akzeptierter Preisbereich des Marktes. Innerhalb der Value Area ist der Markt oft ausgeglichen, weshalb starke Trendbewegungen oder impulsive Ausbrüche dort seltener nachhaltig sind.
Ein interessantes Intraday-Setup entsteht, wenn der Markt kurzfristig aus der Value Area oder aus einem großen Volumenbereich ausbricht, anschließend jedoch an Dynamik verliert. In solchen Fällen kann der Rücklauf zurück in die Value Area gut gehandelt werden. Läuft der Markt zurück in eine frühere Liquiditätszone bzw. einen starken High-Volume-Bereich, besteht häufig eine hohe Wahrscheinlichkeit (ca. 70-80%), dass dieser Bereich erneut vollständig durchgehandelt wird.
Die obere Grenze der Value Area wird als Value Area High (VAH) bezeichnet, die untere Grenze als Value Area Low (VAL). Diese Bereiche sind im Volumenprofil wichtige Orientierungspunkte für Intraday-Trader.
POC & VWAP
Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Volumenprofils ist der POC (Point of Control). Dieser wird meist als rote Linie dargestellt und kennzeichnet das Preisniveau, auf dem innerhalb eines bestimmten Zeitraums – beispielsweise eines Handelstages – das höchste Volumen gehandelt wurde. Der POC zeigt also den Bereich, in dem das größte Handelsinteresse bestand. Gleichzeitig wirkt er häufig als Magnetpunkt, da der Markt immer wieder dazu neigt, in diesen Bereich zurückzulaufen.
Ebenso wichtig ist der VWAP (Volume Weighted Average Price), also der volumengewichtete Durchschnittspreis. Er zeigt den durchschnittlichen Preis an, zu dem unter Berücksichtigung des Volumens gehandelt wurde, und gilt häufig als fairer beziehungsweise akzeptierter Preisbereich des Marktes. Hier treffen sich Käufer und Verkäufer oft in einem ausgeglichenen Verhältnis. Der VWAP zeigt sehr häufig starke Reaktionen, da große Institutionen hier aktiv werden.
Als Faustregel gilt: Steigt der VWAP, deutet dies darauf hin, dass Marktteilnehmer bereit sind, zu höheren Preisen zu handeln und sich das Volumen nach oben verlagert. Fällt der VWAP hingegen deutlich, zeigt dies, dass das Volumen zunehmend auf niedrigeren Preisniveaus umgesetzt wird und Marktteilnehmer bereit sind, zu tieferen Preisen zu handeln.
Der VWAP hilft somit dabei, schnell zu erkennen, in welche Richtung sich das Volumen verschiebt und ob der Markt eher Stärke oder Schwäche zeigt. Dadurch kann er sehr gut zur Einschätzung des kurzfristigen Trends und möglicher Handelsrichtungen genutzt werden.
Die 4 wichtigsten Volumen-Konzepte
1. Volumen bestätigt Trends
Ein steigender Kurs bei steigendem Volumen zeigt dir einen gesunden Trend. Die Bewegung wird von vielen Marktteilnehmern getragen, die Wahrscheinlichkeit für eine Fortsetzung ist hoch. Steigt der Kurs dagegen bei sinkendem Volumen, fehlt die Kraft – und eine Umkehr wird wahrscheinlicher.
Stell dir vor, du siehst eine Aktie, die seit Tagen steigt. Jeden Tag macht sie neue Hochs, aber das Volumen wird immer niedriger. Das ist ein Warnsignal. Die Käufer werden weniger, die Bewegung läuft aus. Genau in solchen Momenten erkennst du mit Volumen frühzeitig, dass der Trend schwächelt – bevor der Kurs tatsächlich dreht.
2. Volumen zeigt Umkehrpunkte
Wenn der Kurs fällt und plötzlich sprunghaft Volumen auftaucht, kann das auf einen Tiefpunkt hindeuten. Viele Verkäufer geben gleichzeitig auf, institutionelle Käufer steigen ein – und der Markt dreht. Dieser Volumen-Spike ist oft ein Signal für eine bevorstehende Erholung.
In der Praxis siehst du das besonders gut nach starken Abverkäufen. Der Markt fällt tagelang, plötzlich kommt eine riesige rote Kerze mit extremem Volumen – und danach stabilisiert sich der Kurs. Das war die Kapitulation der letzten Verkäufer. Wer diese Signale lesen kann, findet oft die besten Einstiege.
3. VWAP als institutionelle Referenz
Der VWAP (Volume Weighted Average Price) zeigt dir den durchschnittlichen Preis, gewichtet nach Volumen. Institutionelle Trader nutzen ihn, um ihre Orders zu bewerten. Faustformel: Liegt der Kurs über dem VWAP, dominieren Käufer. Liegt er darunter, haben Verkäufer die Kontrolle.
Du kannst den VWAP als dynamische Unterstützung oder dynamischen Widerstand nutzen. Viele professionelle Trader orientieren sich daran, wann sie in den Markt einsteigen oder aussteigen. Gerade im Daytrading ist der VWAP ein unverzichtbares Werkzeug. Bei Traivend lernst du, wie du ihn mit Orderflow kombinierst und präzise Einstiege findest.
4. Volume Profile – Wo wurde gehandelt?
Das Volume Profile zeigt dir nicht nur, wie viel gehandelt wurde, sondern auch, wo. Du siehst, auf welchen Preisniveaus besonders viel Aktivität war – und wo sich große Marktteilnehmer positioniert haben. Diese Zonen wirken oft als Unterstützung oder Widerstand.
Stell dir vor, du siehst im Chart, dass auf einem bestimmten Niveau über Stunden hinweg massiv gehandelt wurde. Dieses Niveau wird wichtig. Kommt der Kurs später zurück, reagiert er oft genau dort – entweder als Unterstützung oder als Widerstand. Mit Volume Profile erkennst du diese Zonen sofort, ohne raten zu müssen.
Beispiel-Setup: Trading mit dem Volumenprofil
In diesem Beispiel sieht man einen sehr starken impulsiven Aufbau nach einer vorherigen Range-Phase. Während der Asia-Session hat der Markt deutlich nach oben aufgebaut und dabei sein Hauptvolumen auf höheren Preisniveaus etabliert. Das zeigt, dass Marktteilnehmer bereit waren, zu höheren Preisen zu handeln. Es entstand eine einseitige und sehr starke Aufwärtsbewegung.
Solche einseitigen Bewegungen – auch als schlechte Auktionen oder One-Way-Auctions (OWA) bezeichnet – werden häufig später zumindest teilweise korrigiert. Dennoch erkennt man hier im Bereich der unteren Volumenkante beziehungsweise nahe der Value Area Low (rote Markierungen im Screenshot), dass erneut starke Käufer in den Markt kommen und den Trend verteidigen. Diese Reaktion ist sogar mehrfach zu beobachten.
Am folgenden Handelstag geht der Markt zunächst wieder in eine Range über und lehnt genau diese markanten Strukturpunkte des Vortages erneut ab, ungefähr im Bereich von 24.963. Das zeigt, dass weiterhin Käufer aktiv sind, die nicht bereit sind, zu tieferen Preisen zu handeln. Stattdessen akzeptiert der Markt erneut das Hauptvolumen des Vortages und pendelt sich dort wieder ein.
Natürlich wäre auch das Gegenszenario möglich: Würden diese wichtigen Strukturpunkte deutlich und mit starkem Verkaufsdruck durchbrochen werden, wäre eine tiefere Korrektur wahrscheinlich, bei der ein großer Teil des impulsiven Aufbaus vom Vortag wieder abverkauft wird. Da jedoch keine aggressiven Verkäufer sichtbar sind, die diese Zone nachhaltig brechen wollen, zeigt sich stattdessen eine klare Stabilisierung im Hauptvolumen des Vortages.
Genau hier kommt der Orderflow ins Spiel. Wenn an dieser markanten Unterstützungszone – beispielsweise an der unteren Volumenkante oder einer wichtigen Liquiditätszone – Käufer identifiziert werden können, etwa durch einen positiven Delta-Shift oder eine erkennbare Verkäuferentschleunigung, kann ein Long-Setup entstehen.
Mögliche Kursziele wären in diesem Fall der VWAP, der POC oder sogar das Hoch des Vortages. Dieses Beispiel zeigt sehr gut, wie sich Käufer und Verkäufer auf einem höheren Preisniveau einig sind und wie kleine Rücksetzer in Richtung wichtiger Strukturpunkte häufig wieder gekauft werden. Solche Bereiche stellen oft starke Supportzonen dar, an denen Käufer mit hoher Wahrscheinlichkeit erneut aktiv werden.
Dein 3-Stufen-Lernplan für Volumen Trading
Volumen Trading lernst du nicht an einem Tag. Du brauchst einen strukturierten Plan, der dich von den Grundlagen zur praktischen Anwendung führt. Hier ist der Weg, den wir bei Traivend empfehlen.
Stufe 1: Grundlagen verstehen
Bevor du tradest, musst du verstehen, was Volumen überhaupt bedeutet. Lerne, wie Volumen im Chart angezeigt wird, was hohe und niedrige Werte aussagen und wie du erste Muster erkennst. Schau dir Charts an, ohne zu traden. Beobachte, wie sich Volumen und Preis zueinander verhalten. Nutze einfache Tools wie TradingView und aktiviere den Volumenindikator. Konzentriere dich auf liquide Märkte wie den ES (S&P 500 Future) oder NQ (NASDAQ Future) – dort sind die Signale klarer.
Stufe 2: Konzepte anwenden
Jetzt wendest du an, was du gelernt hast und beobachtest täglich, wie sich Volumen verhält. Markiere im Chart Zonen mit hohem Volumen, teste VWAP als Orientierung und übe, Breakouts mit Volumen-Bestätigung zu identifizieren. Wichtig: Trade noch nicht mit echtem Geld. Nutze ein Demokonto oder Paper-Trading. Dein Ziel ist es, ein Gefühl für Volumen zu entwickeln – nicht, schnell Gewinne zu machen.
Parallel dazu solltest du dich mit Orderflow beschäftigen. Denn Volumen ist nur die halbe Wahrheit. Wenn du wissen willst, wie institutionelle Trader wirklich agieren, brauchst du Delta, Absorption und Smart Money Analyse. Genau das lernst du in der Orderflow Mastery – Schritt für Schritt, mit Live-Trading und echter Betreuung.
Stufe 3: Live-Trading mit Volumen
Wenn du sicher bist, dass du Volumen und den Orderflow lesen kannst und über Monate eine gute Performance hingelegt hast, steigst du langsam ins Live-Trading ein. Wir empfehlen, mit Fremdkapital zu arbeiten. Starte klein, mit Positionsgrößen, die dich nicht nervös machen. Trade nur Setups, bei denen das Volumen deine Entscheidung bestätigt. Führe ein Trading-Journal und notiere bei jedem Trade, wie das Volumen war und ob es deine Erwartung bestätigt hat. Nach einigen Wochen wirst du Muster erkennen und deine Strategie verfeinern können.



