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Kelly-Kriterium

Trading Lexikon

Definition

Das Kelly-Kriterium ist eine mathematische Formel zur Bestimmung der optimalen Positionsgröße, die das langfristige Kapitalwachstum maximiert. Es wurde 1956 von John L. Kelly Jr. entwickelt und wird von professionellen Tradern und Investoren als theoretisches Fundament der Positionsgrößenberechnung genutzt.

Wie funktioniert das Kelly-Kriterium?

Die Formel lautet: f = (p × b − q) / b, wobei p = Gewinnwahrscheinlichkeit, q = Verlustwahrscheinlichkeit (1 − p) und b = Gewinn-Verlust-Verhältnis (Reward/Risk) sind. Beispiel: Trefferquote 55 %, Reward/Risk 1:1 → f = (0,55 × 1 − 0,45) / 1 = 10 %. Das Kapital sollte also zu 10 % in jeden Trade investiert werden. In der Praxis verwenden viele Trader das Half-Kelly oder Quarter-Kelly, da Schätzfehler bei p und b zu sehr hohen Drawdowns führen, wenn die volle Kelly-Quote eingesetzt wird.

Bedeutung im Trading

Das Kelly-Kriterium zeigt, dass über- und unteroptimale Positionsgrößen langfristig zu schlechterem Kapitalwachstum führen. Es verbindet Risikomanagement mit mathematisch fundierter Wachstumsmaximierung und ist ein wichtiges Gegengewicht zu emotionsgetriebenem Overtrading.

Verwandte Begriffe: Position Sizing, Kapitalallokation, Risk-Reward Ratio, Profit Factor

Begriffe verstehen ist der erste Schritt

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