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Liquidity Trap (Liquiditätsfalle)

Trading Lexikon

Definition

Die Liquidity Trap (Liquiditätsfalle) bezeichnet einen wirtschaftlichen Zustand, in dem geldpolitische Maßnahmen wie Zinssenkungen und die Ausweitung der Geldmenge durch die Zentralbank keine stimulierende Wirkung mehr entfalten. Unternehmen und Haushalte halten trotz extrem niedriger Zinsen ihr Kapital lieber zurück, anstatt zu investieren oder zu konsumieren.

Wie funktioniert die Liquiditätsfalle?

Das Konzept geht auf den Ökonomen John Maynard Keynes zurück. In einer Liquiditätsfalle sind die Zinsen bereits so nahe an null, dass sie kaum weiter gesenkt werden können. Da Investoren keine Erholung erwarten, horten sie Bargeld. Quantitative Easing (Anleihekäufe der Zentralbank) kann die Liquidität ausweiten, erreicht aber die Realwirtschaft nicht. Japan erlebte nach dem Platzen der Immobilienblase in den 1990ern eine der bekanntesten Liquiditätsfallen.

Bedeutung im Trading

Liquiditätsfallen sind wichtige makroökonomische Signale für Trader: Sie deuten auf anhaltend niedrige Zinsen, schwaches Wachstum und erhöhtes Deflationsrisiko hin. Anleihe-Trader profitieren oft in diesen Phasen, während zyklische Aktien unter Druck geraten. Fiskalpolitische Maßnahmen (staatliche Konjunkturprogramme) gelten als wirksamer Ausweg.

Verwandte Begriffe: Deflation, Quantitative Easing, Zentralbankpolitik

Begriffe verstehen ist der erste Schritt

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