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Market Sentiment (Marktstimmung)

Trading Lexikon

Definition

Market Sentiment bezeichnet die vorherrschende Haltung der Marktteilnehmer gegenüber einem Markt oder Instrument. Bullisches Sentiment steht für Kaufbereitschaft, bearisches für Verkaufsdruck. Gemessen wird es klassisch über Umfragen, Optionsdaten und Positionierungsberichte – im kurzfristigen Handel liest man es direkt am Orderflow ab.

Bedeutung im Trading

Sentiment-Analyse ergänzt technische und fundamentale Analyse. Erfahrene Trader nehmen extremes Sentiment als Anlass, die eigene Position gegen die Mehrheitsmeinung zu prüfen. Im Orderflow-Trading ist Sentiment ein Kontext-Faktor: Er erklärt, warum bestimmte Preisniveaus stärker verteidigt werden als andere.

Die gängigen Messgrößen

  • Put/Call Ratio – Verhältnis von Absicherungs- zu Spekulationskäufen bei Optionen
  • Fear & Greed Index – fasst sieben Einzelindikatoren zu einem Stimmungswert zusammen
  • Commitment of Traders – wöchentlicher Bericht zur Positionierung institutioneller und kommerzieller Händler
  • Umfragen – etwa der AAII Investor Sentiment Survey unter Privatanlegern

Extremwerte gelten als Kontraindikator: Maximaler Optimismus taucht häufig an Hochs auf, maximale Angst an Tiefs.

Wie wir Stimmung im Handel lesen

Diese Kennzahlen beschreiben eine Stimmung über Tage und Wochen. Für den Intraday-Handel sind sie zu träge. Wir bei Traivend lesen Marktstimmung deshalb direkt im Orderflow: am kumulativen Delta und seinen Divergenzen, an Absorption an einer Seite, an der Geschwindigkeit der Bewegung und daran, welche Marktseite gerade die Dominanz übernimmt. Das zeigt nicht, was Marktteilnehmer sagen, sondern was sie tun.

Verwandte Begriffe: Sentiment-Analyse, Contrarian Investing, Handelsstimmung

Begriffe verstehen ist erst der Anfang

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