Kaufkraftparität
Trading Lexikon
Die Kaufkraftparität (KKP) ist eine volkswirtschaftliche Theorie, die besagt, dass sich Wechselkurse langfristig so anpassen müssen, dass ein identisches Gut in zwei Ländern nach Umrechnung gleich viel kostet. Sie basiert auf dem „Gesetz des einheitlichen Preises" und dient als langfristiger Anker für Wechselkursbewertungen.
Wie funktioniert die Kaufkraftparität?
Beispiel: Wenn ein Warenkorb in den USA 100 USD kostet und in der Eurozone 90 EUR, sollte der theoretische KKP-Wechselkurs 0,90 EUR/USD sein. Weicht der tatsächliche Kurs deutlich ab, gilt die Währung als überbewertet (teurer als KKP) oder unterbewertet. Kurzfristig können Wechselkurse stark von der KKP abweichen, da Kapitalströme, Zinsdifferenzen und Spekulation dominieren. Langfristig nähern sie sich ihr wieder an – der bekannte Big-Mac-Index des Economist veranschaulicht dies populärwissenschaftlich.
Bedeutung im Trading
Forex-Trader nutzen die KKP als makroökonomischen Bewertungsrahmen, um langfristig über- oder unterbewertete Währungen zu identifizieren. Kurzfristig ist die KKP jedoch kein verlässliches Handelssignal, da die Abweichungen sehr lange anhalten können.
Verwandte Begriffe: Forex, Zinsdifferenzparität, Carry-Trade, Intermarket-Analyse
Begriffe verstehen ist der erste Schritt
Lerne bei Traivend, wie du Trading-Konzepte in der Praxis anwendest – mit Struktur, Logik und echtem Marktverständnis.