Kosten des Kapitals
Trading Lexikon
Die Kosten des Kapitals (Cost of Capital) sind die Mindestrendite, die Investoren für die Bereitstellung von Kapital an ein Unternehmen verlangen. Sie setzen sich zusammen aus Eigenkapitalkosten (von Aktionären erwartete Rendite) und Fremdkapitalkosten (Zinsen auf Kredite und Anleihen), gewichtet durch die Kapitalstruktur – der sogenannte WACC (Weighted Average Cost of Capital).
Wie werden Kapitalkosten berechnet?
WACC = (Eigenkapitalanteil × Eigenkapitalkosten) + (Fremdkapitalanteil × Fremdkapitalkosten × (1 − Steuersatz)). Die Eigenkapitalkosten werden meist mit dem CAPM (Capital Asset Pricing Model) berechnet: Risikofreier Zinssatz + Beta × Marktrisikoprämie. Beispiel: Risikofreier Satz 4 %, Beta 1,2, Marktrisikoprämie 6 % → Eigenkapitalkosten = 4 % + 1,2 × 6 % = 11,2 %. Nur Investitionen, die mehr als den WACC erwirtschaften, schaffen Unternehmenswert.
Bedeutung im Trading
Steigende Zinsen erhöhen den WACC und senken damit die fundamentalen Bewertungen (DCF-Werte) von Unternehmen – besonders Growth Stocks mit langen Cash-Flow-Horizonten werden stark getroffen. Dieses Prinzip erklärt, warum Tech-Aktien in Hochzinsphasen besonders unter Druck geraten.
Verwandte Begriffe: WACC, CAPM, Kapitalstruktur, DCF
Begriffe verstehen ist der erste Schritt
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